Verfasst von von Thomas Meins: am 3. April 2007 - 10:52.

Doku

Mist: ProSieben setzt "Galileo Mystery" fort

Mit dem Wissensmagazin "Galileo" hat ProSieben schon lange (und zu recht) Erfolg, nun auch mit der neuen Reihe "Galileo Mystery". Prompt werden die dürftigen Wissenskrimis mit einer zweiten Staffel fortgesetzt.

"Galileo Mystery" geht weiter: Nach zwölf Pilot-Episoden der im Januar 2007 gestarteten Wissens-Show startet mit der Folge "Johanna von Orleans" am 4. Mai die zweite Staffel der laut ProSieben erfolgreichen Sendung. Der Sender freut sich über bis zu zwei Millionen Zuschauer, die am Freitagabend zu später Stunde (22.45 Uhr) den bunt bebilderten Ausflügen zu den "Geheimnissen der Menschheit" folgen.

Die von ProSieben "Wissenskrimis" getauften Docutainment-Beiträge der "Mystery"-Reihe – sind Mist. Längst bekannte Tatsachen werden dramatisch aufgebauscht, Moderator Aiman Abdallah schreitet als der Sherlock Holmes unter Historikern durch spielfilmmäßig ausgeleuchtete Bilder, Spielszenen im geheimnisvollen Halbschatten sollen Vergangenes lebendig machen, die üblichen Experten kommen zu Wort, bedeutungsschwanger dröhnt die Hintergrundmusik. Diese Wissenkrimis sind eine unfreiwillige Karikatur modern aufgemachter Wissensformate. Wer wirklich etwas wissen will, muss was anderes einschalten. Oder ein Buch lesen.

Ab 1. September 2007 ist Aiman Abdallah zudem wieder regelmäßig auch am Vorabend zu sehen. Im wöchentlichen Wechsel mit Daniel Aminati wird er das tägliche Wissensmagazin "Galileo" (19.00 Uhr) präsentieren. Seit August 2006 stand der Moderator wegen der aufwändigen Dreharbeiten zu "Galileo Mystery" nur gelegentlich für "Galileo" vor der Kamera. "Galileo" hätte uns gereicht.


Kommentar:

Verfasst von SatelliteSD: am 20. Mai 2008 - 19:13.

Mal vorweg: Das was N24, Kabel1 und proSieben da machen nennt Infotainment. Qualitativ und quantitaiv sind alle, aber auch wirklich alle Beiträge ganz großer Mist.

Fundierte, tiefgründige Reportagen gibts halt nur bei den öffentlich rechtlichen. Phoenix, Arte, das Erste, ZDF und die Dritten.

die Sat.1ProSieben Media AG verfolgt bei dem Konzept aber folgende Ziele: erstens billige Produktionskosten, zweitens mehrfache Verwendbarkeit.
Wie werden diese erreicht? Naja gar nicht so schwer. Man besorgt sich ein angemessenes Mitspracherecht innerhalb der AG mittels Aktien. Nun hat man eine gewisse Entscheidungsmacht. Zweites gründet man Produktionsfirmen und Produziert, natürlich billig (und jetzt darf blos keiner glauben, dass die Dokumentation von der Herstellung von Wurstsalat irgendwelche nennenswerten Kosten verursacht).
Der nächste Schritt ist recht einfach. Man verkauft seine Produzierten Beiträge an sich selbst, genauer an den Sender.

Nun verfügt die Sat.1ProSieben Media AG aber über mehrere Sender wie Kabel 1 und N24 etc. Denen kann man den Mist natürlich auch nochmal verkaufen. Na? Mitgekommen?

Ein Problem ist, dass es nicht genug Material gibt um auf allen Sendern 24std am Tag qualitative Sendungen auszustrahlen.
Das Ziel ist nicht und war es auch nie die Zuschauer zu bilden! Das sind einfach Prdukte die man gut und mehrfach auf dem Markt absetzen kann. Im Gegensatz dazu der Bildungsauftrag der öffentlich rechtlichen.
Also selbst Schuld wenn man sich das anschaut, "Schau dich schlau" gibts auf den Privaten nicht. Also werde ich auch weiterhin GERNE meine GEZ bezahlen.

Und Aiman Abdallah ist so der absolut schlechteste Moderator von Sendungen dieser Art, der sollt einfach weg vom Schirm, ist ja nicht mehr zu ertragen. Und da stimme ich dem Beitrag zu, Galileo Mystery ist, mit verlaub, ganz großer Scheiß.

mfg
SatelliteSD

Kommentar:

Verfasst von SatelliteSD: am 20. Mai 2008 - 19:27.

die Tippfehler könnt ihr behalten, aber zwei Sachen wollt ich noch loswerden:
Man vergleiche Galileobeiträge mal mit "die Sendung mit der Maus". Die schneidet besser ab, obwohl sie für Kinder ist. Das spricht doch Bände.

Und dann stelle man Aiman Abdallah mal in eine Reihe mit Prof. Dr. Harald Lesch (Spacenight BR) oder Jean-Christophe Victor (mit offenen Karten Arte) da liegen doch WELTEN dazwischen.

mfg
SatelliteSD

Kommentar:

Verfasst von BNB: am 20. Mai 2008 - 20:11.

Das Bittere ist, dass es genügend Zuschauer gibt, die sich durch Sendungen wie Galileo, Welt der Wunder etc. tatsächlich bereichert fühlen. Die also denken: "Aha, so kommt die Wurst in den Salat, Mensch super, die kaufen die Wurst ja gar nicht erst im Supermarkt, sondern machen die selber, wer hätte das gedacht."

Sendungen wie die Maus arbeiten daran, dass das vielleicht mal eines Tages nicht mehr so ist.

Ob's klappt? Ich wünsche mir jedenfalls auch eine Welt, in der die Bildzeitung wegen Umsatzmangels eingestellt und Alpha Centauri samstags um 20.15 Uhr in der ARD gesendet wird.

Nur: So lange mit Volksfernsehen Rendite erzielt werden muss, wird das nix. Und wenn sich dann ARD/ZDF von den sie beaufsichtigenden Provinzfürsten auch noch die Quoten in werberelvanten Zielgruppen (die ja die ÖR eigentlich nichts angehen sollten) vorhalten lassen müssen, wird's noch schwerer. Der Gipfel wird sein, wenn die Zeitungsverleger mit ihrem Lobby-Gejammer eines Tages wirklich erreichen sollten, dass die ÖR ihre Internetangebote nur auf Konserven beschränken müssen ...

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